Dance with the Defi
Das GSC hat jetzt einen Defibrillator
„Ihr könnt nichts falsch machen“, beruhigt Dagmar Schneck die Umstehenden, „der Defibrillator sagt euch, was zu tun ist“. Es ist Freitag, der 13. März, und die Ärztin bereitet die GSC-Mitglieder auf ein mögliches Unglück vor. Sie lernen den Gebrauch des medizinischen Geräts, das zur Behandlung von Herzrhythmus-Störungen Elektroschocks abgibt. Seit wenigen Tagen verfügt der Verein über einen „Defi“. Er hängt in Saal Zwei, praktischerweise direkt neben dem Erste-Hilfe-Kasten.
Wenn jemand umkippt, nicht mehr ansprechbar ist und nicht mehr normal atmet, kann das Gerät lebensrettend sein. „Idealerweise fängt ein Helfer mit der Herzdruckmassage an, während ein anderer den Defi holt und ein Dritter den Notruf wählt“, erklärt Dagmar Schneck. Zwecks Demonstration einer Herzdruckmassage stellt sich ein freundlicher Mit-Tänzer zur Verfügung; elegant gleitet er gen Boden und gibt den sterbenden Schwan.
Dass bei einer solchen Reanimation mit Musik alles besser geht, weiß man im Tanzsportverein natürlich. Uneinigkeit herrscht über das perfekte Lied für den richtigen Rhythmus, mit dem die Handballen auf den Brustkorb gedrückt werden sollen (100 bis 120 Mal pro Minute). Einer schlägt vor: „Atemlos durch die Nacht“ – Applaus und Gelächter aus der Gruppe. Getoppt wird das vom Konkurrenz-Vorschlag: „Ha ha ha ha, staying alive! Staying alive!“
Trotz solcher Späßchen ist Dagmar Schneck mit Ernst bei der Sache. Sie erklärt, wie das Gerät über eine Sprachfunktion Schritt-für-Schritt-Anweisungen erteilt. Wichtig: Defibrillatoren messen den Herzrhythmus und geben nur dann Stromstöße ab, wenn wirklich eine lebensbedrohliche Störung vorliegt. Daher braucht niemand zu befürchten, dem Patienten zu schaden.
Noch ein Punkt: Weil es zwei Zugänge zum GSC gibt, sollten auch zwei Mitglieder runter laufen und die Rettungskräfte durch den jeweiligen Eingang in den Verein lotsen. Dabei ist nur der Aufzug beim Saal 1 groß genug für eine Trage.
Nach rund zehn Minuten ist Dagmar Schneck mit der Unterweisung fertig. Die Mitglieder gehen in ihre Trainingsgruppen zurück. Schließlich wollen sie heute noch ihren Kreislauf in Schwung bringen und tanzen. Aber natürlich nicht, bis der Arzt kommt.