Sportsgeist ohne Spotlight

- wie Mitglieder das GSC aus der Krise bringen!

Der Computer in Saal 2 spielt die Musik nicht ab? Was tun, wenn wegen Kurzarbeit das Geld gerade knapp ist? Um solche und weitere Fragen kümmern sich während der Corona-Krise engagierte Mitglieder im Hintergrund. Susanne Beinrucker und Andreas Krause sind zwei davon.

(von Christiane Pütter-Haux)

„Ich bin während der Corona-Krise einer der ersten Ansprechpartner der Mitglieder – und manchmal auch der Blitzableiter, leider“, schmunzelt Susanne Beinrucker. Vor längerem schon hat sie die Mitgliederverwaltung des GSC übernommen. So trägt sie etwa Adressänderungen ein, bearbeitet Ein- und Austritte oder erklärt Interessenten den Unterschied zwischen Tanzschule und Tanzsportverein. Bei einem so großen Club ohnehin kein geringes Arbeitspensum. Corona verlangt Susanne zusätzlichen Einsatz ab, zumal auch noch die Bürokraft wegfiel, die ihr sonst einiges abgenommen hatte.

„Ich schätze den Aufwand jetzt auf bis zu eine Stunde jeden Tag“, sagt sie, in Spitzenzeiten auch mehr. Bis Juni kamen circa zwei Stunden pro Woche für den Austausch mit dem Vereinsausschuss hinzu. Diese Arbeit geht weit über „Bürokram“ hinaus. Oft braucht Susanne Fingerspitzengefühl: „Es mussten ja Lösungen für Mitglieder gefunden werden, die wegen Corona in finanziellen Schwierigkeiten sind“, berichtet sie. „Oftmals musste ich dazu auch Rückmeldungen vom Vereinsausschuss einholen oder Beschlüsse abwarten, sodass manche Dinge länger gebraucht haben. Da musste ich die Leute dann auch mal vertrösten.“

Auch Andreas Krause engagiert sich während der Pandemie noch stärker für den Verein als sonst. „Ich bin generell für alles zuständig, was im Club mit Software betrieben wird. Im Wesentlichen also der Webserver, das Schließsystem und die Musikrechner“, sagt er. Damit die Mitglieder im Rahmen der Kontaktbeschränkungen so gut wie möglich weiter tanzen können, hat Andreas das Online-Reservierungssystem für das private Trainieren installiert. Die laufende Verwaltung der Lösung übernimmt Pressewart Christian Albrecht. „Das Schließsystem muss mit dem Reservierungssystem abgeglichen werden, dabei unterstütze ich Christian“, erklärt Andreas. Das GSC muss kontrollieren können, ob sich die Leute  an die Regeln halten bezüglich Kommen und Gehen, ob alle reserviert haben und Ähnliches.

150 Stunden allein für das Abgleichprogramm

Auf die Frage nach dem Zeitaufwand zuckt Andreas spontan die Schultern. „Oh, keine Ahnung…“ lacht er. „Aber ich vermute, das Abgleichprogramm alleine hat bisher circa 150 Stunden verschlungen.“ Zur Orientierung: Wöchentlich sind rund 400-600 Reservierungen abzugleichen. „Das geht manuell nicht mehr“, sagt er.

Susanne Beinrucker und Andreas Krause sind zwei Beispiele von vielen Ehrenamtlichen, die das GSC durch die Krise bringen. Andere unterstützen mit Sachspenden, so wie Ulrike Protzer, die das Material für das Auffüllen des Verbandkastens bezahlt hat. Engagement, das still im Hintergrund abläuft.

Susanne zeigt sich trotz der Krise zuversichtlich. „Mittlerweile können wir sogar wieder Probemitglieder empfangen“, sagt sie. Allerdings ist auch das aufgrund der Auflagen mit einem größeren Verwaltungsaufwand verbunden. Hat sie sich nie gefragt, wozu das alles? „Dieses Jahr war extrem anstrengend und klar gab es auch mal den Gedanken, hinzuwerfen, man ist ja auch nur ein Mensch“, sagt sie offen. Um gleich anzufügen: „Aber dann hab ich mich an die lieben Menschen im GSC erinnert und dann war das keine Option mehr!“ Und Andreas Krause ergänzt: „Ein Club funktioniert nur, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt!“